Der Keratokonus

Klassifikation nach ICD-10
H18.6 Keratokonus
H19.8 Keratokonus bei Down-Syndrom
Q13.4 Kongenitaler Keratokonus
Q13.9 Angeborene Fehlbildung des vorderen Augenabschnittes
Z94.7 Zustand nach Keratoplastik
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

 

Die Augenkrankheit Keratokonus bezeichnet die fortschreitende Ausdünnung und kegelförmige Verformung der Hornhaut des Auges. Die Krankheit ist immer beidseitig, kann aber auf einem Auge schwächer ausgeprägt sein oder überhaupt nicht symptomatisch werden (Forme Fruste Keratokonus). Die Erkrankung ist also durch zwei Eigenschaften charakterisiert:

1. Progression (Entwicklung): Die Hornhaut wird immer dünner und spitzer

Es entsteht somit eine Verwölbung, welche oft im unteren Bereich des Auges anfangs eine stärkere Ausprägung hat. Auch wenn die genauere Ursache dieser spezifischen Augenerkrankung noch nicht vollständig evaluiert wurde, so wird davon ausgegangen, dass es in Zusammenhang mit einer verminderten Grundstabilität der Hornhaut steht. Somit kann z.B. eine suboptimale Konstellation von Collagen (ein Gerüsteiweiß, welches in der Struktur des Bindegewebes eine tragende Rolle spielt) mit der Zeit zu einer progressiven, unregelmäßigen und oft kegelförmigen Umformung der Hornhaut führen.

Grundsätzlich ist auch noch anzumerken, dass diese Art der Erkrankung an beiden Augen, oft jedoch in asymmetrisch fortschreitender Form auftritt. Da die Hornhaut neben ihrer Schutzfunktion für das Auge an sich zusätzlich auch noch die Lichtstrahlen in Richtung Linse bricht, schränkt der Keratokonus dies immer mehr ein, je weiter er voranschreitet. Weiterführend ist bei einem progressiven Keratokonus der fortlaufende Verlust der Sehschärfe eine der Hauptkonsequenzen.

2. Sehschwäche: Durch die unregelmäßige Verformung der Hornhaut sinkt die Sehschärfe ab.

In der Regel sind die Betroffenen kurzsichtig. Diese Kurzsichtigkeit kann allerdings nicht vollständig mit einer Sehhilfe korrigiert werden, da die kegelförmige Hornhautvorwölbung eine irreguläre Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) bedingt.

Dieser bereits aufgeführte Verlust der Sehschärfe setzt sich eben vor allem durch die irreguläre Verformung der Hornhaut zusammen. Doch kommt es nicht nur zur Abnahme der Sehschärfe, sondern vermehrt ist ebenfalls zu beobachten, dass Betroffene Doppelbilder, Schlieren und Strahlen sehen.

Keratokonus bei Downsyndrom

Was aus Studien zudem auch hervorging war die Tatsache, dass man bzgl. dem Keratokonus auch eine genetische Disposition besitzen kann. Dies bedeutet wiederum, dass Eltern von denen zumindest eine/r von Beiden betroffen ist, diese Krankheit zu bis zu 10%iger Wahrscheinlichkeit an Ihre Kinder weitergeben wird.

Weiteres folgt demnach aus Studien, dass vor allem unter Patienten, welche an Trisomie 21, also dem „ Downsyndrom“ leiden bis zu rund 15% von einem Keratokonus betroffen sind. Aus Gründen einer gewissen Schwierigkeit dieser Patienten ihre Leiden zu kommunizieren, werden vor allem in solchen Fällen Erkrankungen wie ein Keratokonus meist relativ spät erkannt. Deshalb ist oft bei solchen Patienten schon sehr früh notwendig die spezifischen Untersuchungen dafür einzuleiten, um einem progressiven Keratokonus erfolgreich entgegenzuwirken.

Wir bieten

Keratokonus / Therapien und Behandlungen

Bei betroffenen Patienten stellt sich eine voranschreitende Verschlechterung der Sehstärke ein, welche im schlimmsten Fall den kompletten Sehstärkeverlust in totaler Konsequenz zur Folge hat.

Mögliche Behandlungen:

Spezielle formstabile Linsen

Durch formstabile Linsen kann der fortlaufende Verkrümmungsprozess der Cornea eingeschränkt werden. Allerdings ist diese Art der Behandlung nur in den Anfangsstadien sinnvoll, da die Unverträglichkeit für Kontaktlinsen mit dem Fortschritt des Keratokonus steigt.

Crosslinking-Verfahren

Das biochemische Verfahren des sogenannten Crosslinking, welches einen Vorgang darstellt der durch die Verwendung von Riboflavin (Vitamin B2) und der Bestrahlung durch UVA Wellen zur Freisetzung von Sauerstoffradikalen führt, welche mit der Proteinstruktur des Kollagen in dem Gewebe der Hornhaut reagiert und dort zu neuen Verbindungen „Crosslinks“ in der biochemischen Struktur der Cornea führt. Durch diese Strukturverstärkung kann eine Stagnation des Fortschritts des Keratokonus erreicht werden. Dieses Verfahren ist ebenfalls bereits seit 10 Jahren medizinisch im internationalen Kreise erprobt.

 

 



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